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Welche legalen Selbstverteidigungswaffen gibt es?

Legale Selbstverteidigungswaffen

In den letzten Jahren war die Kriminalität in Deutschland allgemein rückläufig. Nur an öffentlichen Plätzen und Bahnhöfen war ein Anstieg von der Kriminalitätsrate zu verbuchen und zwar hauptsächlich in den Bereichen der Raubüberfälle und Körperverletzungen. Die beste Art der Selbstverteidigung ist selbstbewusstes Auftreten und Kampfsport, ansonsten gibt es zahlreiche Möglichkeiten zur legalen Selbstverteidigung, welche in Gefahrensituationen legal eingesetzt werden dürfen.

Waffen zur Abschreckung für den Heimschutz

Im Alltag ist eine andere Art von Selbstverteidigung notwendig, als etwa im Heimschutz. Während im Alltag eher unauffällige und kleine Selbstverteidigungswaffen praktisch sind, kommt es beim Heimschutz weniger auf Unauffälligkeit an. In vielen Situationen geht es darum, unwillkommene Eindringlinge abzuschrecken oder ihnen zu drohen, ohne direkt körperliche Gewalt anzuwenden.
Hierzu eignen sich Waffen oder Gegenstände, die besonders furchteinflößend aussehen, etwa ein Baseballschläger, eine Machete oder ein Luftdruckgewehr. Professionell und beliebt sind sogenannte RAM-Heimschutzwaffen, welche mit bis zu 7,5 Joule Gummigeschosse verschießen können.

Wer ungebetene Gäste in seinem Haus findet, kann häufig mit einem selbstbewussten, drohenden Auftreten und einem solchen Gegenstand diese vor die Tür bitten. Es mag verrückt klingen, doch Selbstverteidigungsexperten wissen, dass ein lautes Grölen oder Schreien dem Auftritt Charisma verleiht und furchteinflößender wirkt.

Selbstverteidigungsmittel für unterwegs

Eine andere Kategorie der Selbstverteidigungswaffen sind die, die im Alltag verwendet werden müssen. Sie müssen möglichst klein, handlich und effektiv sein. Im Gegensatz zu den Selbstverteidigungswaffen für den Heimschutz, müssen sie tatsächlich eingesetzt werden, um einen Effekt zu erzielen. Zwar kann auch ein Elektroschocker oder ein Pfefferspray abschreckend wirken, doch ist Wirkung deutlich geringer.
Folgende Selbstverteidigungswaffen eignen sich für einen alltäglichen Umgang. 
• Pfefferspray
• Elektroschocker
• Kubotan
• Selbstverteidigungsschirm
• Taktische Taschenlampe
• Signalpfeife

Manche dieser Selbstverteidigungswaffen werden als aktive Selbstverteidigungswaffen bezeichnet. Dazu gehören alle Gegenstände, die dazu geeignet sind, um physische Gewalt auf einen potenziellen Angreifer auszuführen. Dazu gehört das Pfefferspray, der Elektroschocker, der Kubotan und der Selbstverteidigungsschirm.
Die Signalpfeife und die taktische Taschenlampe können einen potenziellen Angreifer zwar verstören, aber nicht außer Gefecht setzen. Sie eignen sich vielmehr, um auf sich aufmerksam zu machen und Hilfe herbeizuholen, sollte eine Notfallsituation eintreten. Aus diesem Grund eignen sie sich besonders für Personen, die auf keinen Fall körperliche Gewalt einsetzen möchten bzw. körperlich nicht dazu in der Lage sind. Dazu gehören etwa Kinder oder Senioren.

Rechtliche Situation

Um eine effektive Selbstverteidigung durchführen zu können, ist es notwendig, sich mit der rechtliche Situation auseinanderzusetzen. In Deutschland hat jeder das Recht sich mit einer legalen Selbstverteidigungswaffe zur Wehr zu setzen, wenn gewisse rechtliche Bedingungen erfüllt sind. Grundsätzlich ist es möglich sich zur Wehr zu setzen, wenn eines der Rechtsgüter angegriffen wird.
Hier greift der Notfallparagraph aus dem deutschen Strafgesetzbuch, §32 StGB. Nach §34 StGB muss eines der Rechtsgüter, Leib, Leben, Freiheit, Ehre oder Eigentum verletzt sein, damit ein Angriff gerechtfertigt ist. Darüber hinaus darf es kein milderes Mittel geben, damit ein körperlicher Angriff auf einen Angreifer straffrei ausgeht.
So ist es beispielsweise nicht gestattet, eine Person körperlich anzugreifen, weil diese eine Beleidigung ausgesprochen hat. Es gibt in diesem Fall ein milderes Mittel, nämlich den Ort zu verlassen. Sollte ein Angreifer hingegen selber einen körperlichen Angriff ausführen, so ist eine Notwehr in den meisten Fällen gerechtfertigt. Der Angriff darf jedoch in keinem krassen Missverhältnis stehen.

Das heißt, dass der aufgrund die Gegenwehr verhältnismäßig sein muss.
Wenn Angreifer A Person B schubst, darf Person B nicht direkt mit einem Pfefferspray angreifen. Sollte Angreifer A jedoch in einer drohenden Gebärde verbleiben und es scheint ein weiterer Angriff zu drohen, so ist die Gegenwehr mit dem Pfefferspray gerechtfertigt.
In einem echten Notfall bleibt natürlich wenig Zeit, um seine juristischen Chancen abzuwägen. Aus Gründen des Selbstschutzes ist es ratsam, in einer drohenden Notwehrsituation sich eher zur Wehr zu setzen und im Anschluss lieber mit juristischen Folgen rechnen zu müssen, anstatt sich angreifen zu lassen. Wer eine der oben erwähnten legalen Selbstverteidigungswaffen wählt, kann seinen Angreifer meistens nicht nachhaltig verletzen. Somit ist nicht mit schlimmen Folgen zu rechnen, nicht im gesundheitlichen Sinne für den Angreifer und auch nicht mit juristischen Folgen für die sich verteidigende Person.

Die besten Kampfsportarten zur Selbstverteidigung

Wer keine Waffe mit sich tragen möchte, kann auch eine Kampfsportart erlernen. Grundsätzlich vermittelt jede Kampfsportart ein gewisses Selbstbewusstsein, das für die Selbstverteidigung essentiell ist. Dennoch gibt es einige Kampfsportarten, die besser für den Selbstschutz geeignet sind, als andere. Boxen ist generell geeignet, um sich Basiskenntnisse anzueignen Gerade das Blocken von Schlägen kann später wichtig sein. 
In einer realen Notwehrsituation hat man jedoch selten die Chance, sich erst in Kampfstellung aufzustellen. Andere Kampfsportarten, die besonders für Selbstverteidigung geeignet sind, sind beispielsweise Jiu Jutsu oder das momentan besonders beliebte Krav Maga.
Beide Sportarten beinhalten neben den klassischen Schlägen und Tritten aus Boxen und Muay Thai auch besondere Griffe und Hiebe, die auch in Alltagsklamotten leicht durchzuführen sind.
Neben der Möglichkeit, sich wehren zu können, vermitteln diese Sportarten auch Stärke und Selbstsicherheit für den Alltag.

Fazit

Selbstverteidigung zu erlernen kann sich sowohl im Alltag als auch in einer Gefahrensituation auszahlen. Es kann entweder ein Kampfsport erlernt oder aber eine der zahlreichen legalen Selbstverteidigungswaffen erworben werden. Die gesetzliche Situation in Deutschland lässt es zu, sich in einer Gefahrensituation ausreichend zu verteidigen.